Mühlenkreiskliniken: Nicht für 4 Monate Nutzung 550 000 Euro ausgeben! - CDU-Fraktion sieht sich in ihrer Position bestätigt

25.11.2011
Fraktionsvorsitzender Friedrich Klanke und Stellvertreter Ernst-August Schrewe
Fraktionsvorsitzender Friedrich Klanke und Stellvertreter Ernst-August Schrewe

Minden/Lübbecke/Rahden: "Auch die in öffentlicher Sitzung des Kreisausschusses dargestellte Umbausituation für das Krankenhaus Rahden hat nicht nur für Beobachter der neuen Situation noch offene Fragen hinterlassen, insbesondere durch unterschiedliche Darstellungen und Zahlen", stellte die CDU-Fraktion in einer aktuellen Stellungnahme fest.

Unter Hinweis auf die Vorlagen der Betriebsleitung wird hervorgehoben, dass für das Herrichten der ehemaligen Orthopädie zur kurzfristigen Übergangsnutzung Investitionen in Höhe von 550.000 €  erforderlich sind. Dazu kämen die Kosten für den Abriss der oberen Geschosse des vorhandenen Bettenhauses mit 507.000 € und weiteren 147 000 € für die bei Abriss erforderliche Errichtung eines neuen Daches auf den verbleibenden Stockwerken.

"Wenn unserem Fraktionsvorschlag, die oberen Stockwerke des 1990 umfangreich renovierten Bettenhauses in Rahden nicht abzutragen, gefolgt wird, so Vorsitzender Friedrich Klanke und sein Stellvertreter Ernst-August Schrewe, würden nicht nur 550 000 € eingespart, sondern Investitionen in Höhe von rund 1,2 Mio. €.

Auch rechne man die nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Dr. Bracht bei Erhalt der Stockwerke erforderlichen Losten für den Brandschutz und für die Wärmedämmung der Obergeschosse mit 350.000 € dagegen, dann wäre dies immer noch eine Nettoersparnis bei den Investitionskosten von 854.000 €.

Dieses Geld, so stellten Klanke und Schrewe, müsste die MKK AÖR dann nicht auf dem Kapitalmarkt finanzieren und über eine Lebensdauer von 30 Jahren abschreiben. Bei einem Zinssatz von 4%  wären dann jährlich dafür allein 34.160,- € an Zinsen zu zahlen. Hinzu kämen 28.466,- € für die Abschreibungen;  zusammen also 62.626,- € jährlich.

"Selbst wenn die vom Vorstand ermittelten jährlichen Betriebskosten, u.a. Heizkosten, mit zusammen jährlich 50.000 € bei Erhalt der Obergeschosse wirklich erforderlich würden, dann sind für die nächsten 30 Jahre selbst bei völligem Leerstand der Obergeschosse immer noch 12.626 € weniger pro Jahr auf den Tisch zu legen, als Bei der jetzt von SPD und Grünen unterstützten Variante "Herrichtung der Orthopädie".

Nicht der Erhalt der oberen Stockwerke  ist ein Schildbürgerstreich,  stellten Klanke und Schrewe heraus, sondern für ca. 4 Monate die ehem. Orthopädie mit 550.000 € herzurichten, um sie dann abzubrechen. Unserer Vorschlag bietet aber nicht nur Kostenersparnisse, sondern guten Chancen für sinnvolle und  anderweitigen Nutzung der Bettenhausobergeschosse in Rahden, die wir nicht durch Abriss unwiederbringlich für immer zerstören sollten, so die CDU-Kreistagsfraktion.

In diesem Zusammenhang wiesen Klanke und Schrewe auf die Erfahrungen am Klinikum Minden hin. Bereits drei Jahre nach dem Einzug werden dort schon weitere Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen notwendig, u. a. zusätzliche Wahlleistungsbetten, der Umbau der Notaufnahme sowie die Erweiterung der Dialysestation.

Diese Maßnahmen zeigten eindrucksvoll, dass in einem sich ständig verändernden Gesundheitsmarkt auch für Rahden nicht nur Risiken, sondern auch Chancen liegen. So ist nach Auffassung der CDU-Fraktion  nicht nur mit dem bereits angesprochenen Nachsorgezentrum für Patienten nur eine Option gegeben, sondern es gebe darüber hinaus weitere Möglichkeiten, wie beispielsweise eine Praxis für Massage- und Physiotherapie, ein Schlaflabor, eine altersmedizinische Tagesbetreuung oder ein Dialysezentrum bzw. ein Diabetikerzentrum.

Die Wettbewerbssituation durch Häuser im niedersächsischen Raum müsse man nicht nur aufmerksam verfolgen und könne daraus auch Chancen für Rahden ableiten, wies Klanke auf die Schließung der geburtshilflichen Abteilung im benachbarten Landkreis Diepholz hin. Um den Chancen zu nutzen und den Krankenhausstandort Rahden zu stärken, dürfe man das Haus in Rahden aber nicht als fünftes Rad am Wagen in einem großen Klinikverbund betrachten, sprach sich die CDU-Kreistags-fraktion für einen offensiven Umgang mit der jüngsten Entwicklung in Rahden und
eindeutig gegen den Abriss der oberen Stockwerke des Bettenhauses aus.