Espelkamp. Zwölf Tage noch bis zur Wahl. Da gilt es, „entschlossen zu kämpfen für eine stabile Regierung in Nordrhein-Westfalen“. Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder war der Einladung des Landtagskandidaten Friedhelm Ortgies gefolgt. Sie referierte gestern am frühen Abend im Hotel Mittwald vor gut 100 interessierten Zuhörern. „Die Familienpolitik ist wirksamer und sichtbarer geworden“, befand die 32-Jährige aus Hessen. Familienleben sei leichter geworden, doch die Aufgaben nicht weniger. „Jeder muss eine faire Chance bekommen“, sagte Schröder, „doch nicht jedes Kind erfährt die Unterstützung, die es braucht.“

Sie verdeutlichte ihre bekannten Positionen: Ab 1. August sollen 90.000 Betreuungsplätze für Kinder bis drei Jahren vorhanden sein. Elterngeld gäbe den Eltern benötigte Zeit für die Kinderbetreuung –„die Vätermonate sind ein wahres Erfolgsmodell“ –, dies müsse weiter entwickelt, gefördert und vereinfacht werden. „Wir brauchen familienfreundliche Arbeitsbedingungen“, sagte Schröder. Sie schlägt die Einführung einer 30-Stunden-Woche vor, dies käme beiden Seiten entgegen, Arbeitnehmern wie Arbeitgebern.
Ganz wichtig – besonders angesichts des demografischen Wandels – sei die Pflege von Angehörigen. 2,2 Millionen Pflegebedürftige gebe es, in zehn Jahren würden es drei Millionen sein. Die Vereinbarung von Pflege und Beruf: „Ich glaube, darauf sind wir noch gar nicht richtig vorbereitet. Wir benötigen neue Ansatzpunkte“, sagte die Familienministerin, „und da möchte ich Akzente setzen.“

v.l.: Kirstin Korte, stv. Landrätin und Vorsitzende der Frauen Union und Friedhelm Ortgies MdL mit Familienministerin Kristina Schröder