Guttenberg in Bad Oeynhausen: Beifall für den Minister
Nachdem das Jazz-Syndikat aus Bielefeld die Zuhörer bereits musikalisch in Stimmung gebracht hatte, richtete Steffen Kampeter zunächst einige launige Worte an das Publikum. »Ich freue mich sehr, dass Karl-Theodor zu Guttenberg bereits zum zweiten Mal innerhalb von eineinhalb Jahren zu uns in den Mühlenkreis kommt«, sagte der Finanzstaatssekretär. Damals sei der Gast aus Franken als Wirtschaftsexperte zu Gast gewesen, diesmal komme er als Bundesverteidigungsminister - eine Funktion, die für den CSU-Politiker kein Zuckerschlecken bedeute. Steffen Kamperter: »Wir wünschen Karl-Theodor zu Guttenberg deshalb Gottes Segen für seine Aufgabe.«
Landtagskandidat Karl Erich Schmeding wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es bei der Landtagswahl am 9. Mai um eine Richtungsentscheidung gehe. »Entweder Sicherheit und Stabilität mit der CDU oder eine rot-rote Chaos-Regierung.« Gleichzeitig betonte er, dass künftig ein Umdenken nötig sei: »Wir müssen weg von der Auffassung, dass der Staat alles regeln wird.«
Zu Beginn seines etwa 40-minütigen Vortrags richtete Karl-Theodor zu Guttenberg ein herzliches »Grüß Gott« an die Zuhörer. Mit charmanter Selbstironie stellte er fest, er sei sich unsicher, ob er als »fleischgewordene wirtschaftspolitische Altlast« oder als »Selbstverteidigungsminister« eingeladen sei. Zunächst zielten seine Ausführungen weder in die eine noch in die andere Richtung. Stattdessen mahnte der Minister an, dass sich Politiker mehr auf moralische Grundwerte besinnen sollten.Auch so manche Anekdote teilte der Minister mit den Zuhörern, bevor er sich dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr widmete. So berichtete er etwa, wie er mit klapprigen Bussen und einer Propellermaschine von Istanbul nach Berlin reiste, weil wegen des Vulkanausbruchs in Island der Luftraum gesperrt war.
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Lothar Gohmann überreichte Karl-Theodor zu Guttenberg eine Flagge mit dem Bad Oeynhausener Stadtwappen und die neu aufgelegte Stadtchronik von Paul Baehr. Beides will der Bundesverteidigungsminister bei seinem nächsten Truppenbesuch mit zu den Soldaten in Afghanistan nehmen.