Minden/Lübbecke. Die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete im Kreis Minden-Lübbecke beträgt rund 7 200 Hektar. Damit liegt der Mühlenkreis nicht nur in OWL, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen in der Spitzengruppe der Kreise mit besonders hohen Anteilen an rechtskräftig ausgewiesenen Naturschutzgebieten.
Leiterin Jutta Niemann stellte beim Rundgang auch die Außenanlagen der Biologischen Station den Mitgliedern der CDU-Kreistagsfraktion vor.Die größten zusammenhängenden Naturschutzflächen gibt es in den Bereichen des Oppenweher Moores und des Großen Torfmoores sowie in der Weserniederung. Im Oppenweher Moor sind rund 700 Hektar Fläche in Kreisbesitz, wobei sich der größere Teil dieser mit Hilfe des Landes erworbenen Flächen auf der niedersächsischen Seite des Oppenweher Moores liegt.
Ein erheblicher Teil von Flächen in Naturschutzgebieten befinden sich in Landesbesitz. Nicht zuletzt wurden auch über das Aktionsprogramm "Rettet die Weißstörche" vor allem in der Weseraue zahlreiche Flächen erworben.
Die Naturschutzgebiete können sich nicht selbst überlassen bleiben, sondern bedürfen einer mehr oder weniger intensiven Betreuung und Pflege. Maßgeblich tätig ist dafür die Biologische Station in Nordholz. Der Verein Biologische Station Kreis Minden-Lübbecke wurde bereits vor 25 Jahren vom ehrenamtlichen Naturschutz in Minden gegründet und betreibt somit eine der ältesten biologischen Stationen des Landes NRW.
"Zu unseren Hauptaufgaben gehört die Betreuung der Naturschutzgebiete Weseraue, Bastauwiesen und Große Aue mit insgesamt ca. 5000 ha. Es werden Daten über Flora und Fauna erfasst und Pläne erstellt, die mit den Mitarbeitern und der Landwirtschaft umgesetzt werden, " erläuterte die Leiterin der Biologischen Station, Jutta Niemann, den Mitgliedern der CDU-Kreistagsfraktion, die der Einrichtung einen Informationsbesuch abstatteten.
Das Land NRW fördert die Biologische Station mit 190.000,00 Euro und der Kreis Minden-Lübbecke mit 38.000,00 Euro pro Jahr. Jutta Niemann hob hervor, dass die Biologische Station im vergangenen Jahr ca. 50.000 Euro über Projektmaßnahmen zusätzlich erwirtschaftet habe, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Dazu zählt auch die Gründung eines landwirtschaftlichen Betriebes im Jahr 2005, der die Beweidung der Windheimer Marsch mit schottischen Hochlandrindern durchführt.
Die Biologische Station hatte Erfolg bei der Bewerbung des EU Projektes aus dem Fond für regionale Entwicklung für die Petershäger Weseraue. Seit Februar 2009 wird dieses Projekt unter der Projektleitung von Sonja Wolters umgesetzt. Der Förderungszeitraum umfasst drei Jahre und hat eine Fördersumme von 1 Mio. Euro. Sonja Wolters stellte die Umsetzungsschritte für das "Besucherlenkungsprojekt" ausführlich vor und hob die erfolgreiche Verzahnung von ökonomischen (Tourismus) und ökologischen Gesichtspunkten (Naturschutz) hervor.